Mit Kindern Fußball gucken

Fußball-WM oder -EM, Champions-League-Finale, Pokal-Endspiel - viele Fußballspiele werden abends übertragen. Und die Kinder wollen mitschauen, vor allem, wenn Papa auch vor der Glotze sitzt. Aber wie lange und mit welchen Regeln ist es gut, abends mit Kindern fernzusehen?
Fernsehbudget vorher vereinbaren
Das ist toll, zeigt eine wunderbare Verbindung zwischen Vater und Kind und bietet eine Kommunikationsebene, auf die immer wieder zurückgegriffen werden kann. Aber was, wann und wie viel geschaut wird - das bestimmen die Eltern! Denn so ziemlich jedes Kind überschreitet sein vorher vereinbartes Fernsehbudget, wenn wichtige Spiele oder Turniere anstehen.
Regeln gemeinsam verhandeln
Manche Kinder sind allerdings so müde, dass schon kurz nach dem Anpfiff die Augen fast zufallen. Dann ist es wichtig, dass die Familie mit Lautstärke und Jubel auf die Schlafbedürfnisse Rücksicht nimmt. Und dass am nächsten Morgen beim Frühstück das Ergebnis und die besten Szenen anschaulich berichtet werden. Denn schließlich muss das Kind in der Schule mitreden können.
Ist es jedoch am folgenden Morgen extrem schlecht gelaunt, kann es die Augen kaum aufhalten, dann ist klar: Abendspiele gucken geht höchstens am Freitag oder Samstag. Selbstverständlich muss man mit dem Argument rechnen, dass ja alle anderen so lange Fernsehen schauen dürfen. Da hilft zum einen, bei anderen Eltern nachzufragen, wie die es mit dem Fernsehkonsum halten. Und zum anderen ist klar: Die Regeln in unserer Familie bestimmen wir!
Snacks und familiäres Debriefing
Selbstverständlich wird beim Fernsehen nicht nur das Fernsehen konsumiert. Ohne Chips, Erdnüsse, Saft oder Snacks macht das Ganze nur halb so viel Spaß. Gemeinsames Vorbereiten zeigt den Kindern, wie viel Arbeit in einem gemütlichen Abend steckt. Und es gibt ihnen die Verantwortung, für ihr Wohlbefinden selbst zu sorgen. Also ruhig gemeinsam mit den Kleinen Möhren und Kohlrabi schnippeln, die Schnittchen belegen oder auch die Mini-Würstchen anbraten. Ob dann in der Halbzeitpause gegessen wird oder während des Spiels - das ist wieder Verhandlungssache. Und was verhandelt wird, wird nicht schleichend zur Gewohnheit. Was vielleicht auch Papas Bauchansatz ganz gut tut...
Ralf Ruhl