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Verhüten (nach der Geburt): Verhütungsmethoden im Überblick


Frau hält im Bett Kondom in der Hand als Verhütungsmethode nach der GeburtBild: sasint@pixabay.com

Frisch gebackene Eltern oder die Paare, die es noch nicht werden wollen, müssen sich keineswegs in Enthaltsamkeit üben. Laut einer aktuellen Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist die Pille das beliebteste Verhütungsmittel der Deutschen, gefolgt vom Kondom. Aber es gibt auch noch Alternativen. Hier eine Übersicht der verschiedenen Verhütungsmethoden.

Wie sicher ist Verhütung: Pearl Index


Die meisten Konsumenten bewerten ein Verhütungsmittel danach, wie sicher es ist. Diese „Sicherheit“ wird mit dem sogenannten Pearl-Index angegeben: Ein Pearl-Index von 2 heißt z. B., dass von 100 Frauen, die ein Jahr lang dieses Verhütungsmittel verwenden, zwei schwanger werden. Daraus ergibt sich eine Sicherheit von 98 Prozent. Große Spannen bei den Pearl-Index-Angaben bedeuten, dass die Methode umso sicherer wird, je geübter die Frau sie anwendet.


Stillen


Obwohl eine voll stillende Frau in den ersten sechs Monaten einen relativen Schutz hat, allerdings auch nur, wenn sie alle vier Stunden rund um die Uhr stillt, ist dies keine wirklich sichere Methode. Schon allein deshalb, weil kaum eine Mutter den strengen Stillplan auch in der Nacht einhält. Ein regelmäßiger Zyklus stellt sich oft erst nach dem Abstillen wieder ein. Mütter, die nicht stillen, können bereits vier bis sechs Wochen nach der Geburt wieder einen Eisprung haben.

Anti-Baby-Pille (Östrogenpille und Gestagenpille)


Die "Pille" ist ein hormonelles Verhütungsmittel, das mit großer Sicherheit (Pearl-Index 0,2-1,5) vor einer Schwangerschaft schützt, indem es den Eisprung verhindert. Voraussetzung ist die regelmäßige, tägliche Einnahme. Die üblichen Kombinationspräparate sollten in der Stillzeit nach Möglichkeit nicht genommen werden. Das Hormon Östrogen geht mit der Muttermilch auf das Baby über. Eine Alternative bildet ein rein gestagenhaltiges Präparat, die sogenannte „Minipille“ (Pearl-Index 0,5-3). Die muss allerdings auf die Stunde genau eingenommen werden. Außerdem ist sie nicht so sicher wie eine "normale" Pille.

Durch die Einnahme der Pille können sich Hautunreinheiten bessern und Regelbeschwerden lindern. Dafür ist die Hormondosis hoch, bei hohem Blutdruck, Thromboseneigung, Lebererkrankungen oder starkem Tabakkonsum können Risiken entstehen. Bei der Gestagenpille können Zyklusstörungen und Zwischenblutungen auftreten, dafür wird der Hormonhaushalt weniger gestört als bei der Östrogen-Pille.

Verhütungsring / Vaginalring


Wie ein Tampon wird der Ring in die Scheide eingeführt und bleibt darin drei Wochen liegen. Der Ring sondert Östrogen und Gestagen direkt über die Schleimhaut in der Scheide ab und verhindert so den Eisprung. Die Verarbeitung über die Leber wird vermieden, die Hormondosis ist vergleichsweise gering, dennoch handelt es sich beim Verhütungsring um ein Präparat, das in den Hormonhaushalt eingreift. Mit einem Pearl-Index von 0,65 gehört der Vaginalring zu den sicheren Verhütungsmitteln.

Hormonpflaster / Verhütungspflaster


Ein ca. 5x5 cm großes Pflaster wird auf die Haut geklebt und gibt Östrogen und Gestagen ab, verändert die Gebärmutterschleimhaut und verhindert den Eisprung. Auch beim Hormonpflaster wird die Leberpassage vermieden, dennoch in den Hormonhaushalt eingegriffen. Wie beim Verhütungsring verspricht auch das Hormonpflaster mit einem Pearl-Index von 0,9 eine gute Sicherheit.

Dreimonatsspritze


Alle drei Monate verabreicht der Arzt eine Spritze in den Gesäßmuskel der Frau. Das injizierte Hormondepot sondert Gestagen ab, das die Gebärmutterschleimhaut verändert, den Schleimpfropf verdickt und den Eisprung hemmt. Die Hormonkonzentration ist ungleichmäßig über die Monate verteilt, bei Kinderwunsch kann das Präparat nicht einfach abgesetzt oder entfernt werden. Dafür kann die Einnahme bzw. Verabreichung nicht vergessen werden, und zudem ist die Spritze mit einem Pearl-Index von 0,5 recht sicher.

Hormonspirale


Eine ideale Alternative für die Verhütung nach der Geburt ist die Hormonspirale. Sie kann sechs bis acht Wochen nach der Geburt in die Gebärmutter eingelegt werden und gibt dort lokal sehr geringe Mengen des Hormons Gestagen ab. Der natürliche Zyklus inklusive Eisprung bleibt im Gegensatz zu anderen Methoden erhalten. Durch die geringe Dosierung gibt es keine negative Beeinflussung in Zusammensetzung und Menge der Muttermilch. Zudem ist die Hormonspirale mit einem Pearl Index von 0,1 eine sehr sichere Verhütungsmethode. Einen weiteren Vorteil sehen viele ihrer Anwenderinnen in der Chance auf eine schwächere Monatsblutung. Der Schleimpfropf in der Gebärmutter verdickt sich und lässt keine Spermien mehr durch, dadurch können auch keine Bakterien in die Gebärmutter gelangen: Das Infektionsrisiko sinkt. Mit der einmaligen Applikation und einer Wirkdauer von fünf Jahren müssen sich Frauen lange nicht mehr mit Verhütung beschäftigen.

Kupferspirale


Die Kupferspirale eignet sich als Verhütungsmittel nach der Entbindung. Sie verhindert, dass sich ein bereits befruchtetes Ei in der Gebärmutter einnisten kann. Die Spirale sondert in der Gebärmutter Kupfer ab und stört den Aufbau der Schleimhaut, auch Spermien können sich nicht mehr bewegen. Der günstigste Zeitpunkt, sie einzusetzen, ist etwa zwölf Wochen nach der Entbindung. Der Muttermund ist noch leicht geöffnet und das Einsetzen daher schmerzloser. Die Spirale kann zwei bis fünf Jahre in der Gebärmutter bleiben. Ist eine Schwangerschaft geplant, sollte die Spirale mindestens vier Wochen vor einer möglichen Empfängnis entfernt werden. Eine Hormonbelastung entfällt, dafür kann die Regel stärker und das Infektionsrisiko höher werden. Der Pearl-Index beträgt 1-3.

Kondom


Kondome haben den Vorteil, dass sie sofort nach der Geburt benutzt werden können (generell. sollte bis vier Wochen nach der Geburt mit dem Geschlechtsverkehr gewartet werden, bis die Rückbildung abgeschlossen ist). Außerdem setzen sie die Infektionsgefahr beim Geschlechtsverkehr während des Wochenflusses deutlich herab. Ganz wichtig ist, dass das Kondom früh genug über das erigierte Glied gezogen wird. Schon der so genannte "Sehnsuchtstropfen" oder „Lusttropfen“, der vor der Ejakulation aus dem Penis austritt, enthält mehrere tausend Spermien. Mit einem Pearl-Index von 0,4-20 ist das Kondom zudem nicht die sicherste Variante – je nach Anwendung.

NFP - Natürliche Familienplanung


Ein Ei überlebt nach dem Eisprung maximal zwölf Stunden. Trifft die Eizelle in dieser Zeit nicht auf Spermien, kann sie sich auch nicht einnisten. Spermien können allerdings längere Zeit in der Nähe des Muttermundes überleben, sie können das Ei also auch noch befruchten, wenn das Paar bereits ein bis drei Tage vor dem Eisprung Geschlechtsverkehr hatte. Zur Feststellung des Eisprungs werden mehrere Methoden zur so genannten NFP-Methode kombiniert: Temperaturmessung, Schleim- und Muttermundbeobachtung. Relative Sicherheit hat man aber erst nach dem Beobachten mehrerer Zyklen. Weil diese aber nach der Geburt verschoben sein können und die Beschaffenheit des Muttermundes sich möglicherweise verändert hat, ist NFP vor allem in der ersten Zeit nach der Geburt keineswegs sicher. Besonders geeignet ist diese Methode für Frauen, die ihren Körper sehr genau kennen. Kurse zum Erlernen natürlicher Verhütungsmethoden werden in Familienbildungsstätten, Volkshochschulen, Frauengesundheitszentren, bei Pro Familia und auch von einigen Hebammen angeboten. Bei geübter Anwendung liegt der Pearl-Index bei 1-3.

Verhütungscomputer


Spezielle Mini-Computer berechnen die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage der Frau. Sie zeigen den Eisprung anhand der Körpertemperatur und/oder der Hormonkonzentration im Urin an. Diese Geräte sind optimal für alle, die auf bequeme und natürliche Weise verhüten möchten. Sie unterstützen die NFP-Methoden. Die Messungen können gleich nach der Geburt wieder beginnen. Doch bis zur ersten Regelblutung steht der Computer allerdings nur auf "Rot" (Geschlechtsverkehr verboten!). Erst danach gibt es für das Paar wieder "grüne" Tage, mit bestenfalls einem Pearl-Index von 0,5-3.

Auf welche Verhütungsmethoden nach der Geburt eher verzichten?


Generell sind alle Präparate mit Vorsicht zu genießen, die direkt in den weiblichen Hormonhaushalt eingreifen (etwa Kombi-Pille, Vaginalring / Verhütungsring, Verhütungspflaster, Hormonspirale oder Dreimonatsspritze). Die Mini-Pille, die lediglich das Hormon Gestagen enthält, empfiehlt sich – man muss sie aber zur Sicherheit immer genau zur gleichen Zeit einnehmen. Unbedenklich ist auch die Kupferspirale, die der Arzt nach vollständiger Rückbildung der Gebärmutter einsetzt. Allerdings birgt sie ein leicht erhöhtes Risiko für Unterleibs-Entzündungen und stärkere Regelblutungen.

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